Farbe darf faszinieren - Gesundheit hat fĂĽr uns jedoch immer Vorrang

đź”´M-Lokus ( Merle )
kurz erklärt :
Das Merle - Muster sorgt dafĂĽr , dass die Grundfarbe des Fells stellenweise aufgehellt wird. Dadurch enstehen die fĂĽr Blue Merle und Red Merle typischen marmorierten Farbzeichnungen.
Doch Merle ist nicht einfach eine besondere Fellfarbe. Dahinter steckt eine genetische Variante, die bei der Zucht besondere Aufmerksamkeit erfordert.
Warum ist das wichtig?
Problematisch ist insbesondere die Verpaarung zweier Hunde mit Merle-Anlage. Nachkommen, die bestimmte Merle- Varianten von beiden Eltern erben, haben ein HOHES Risiko für Beeinträchtigungen , insbesondere des Hör- und Shevermögens. Dopple Merle umgangssprachlich genannt, ist durch das deutsche Tierschutzgesetzt streng verboten!
Deshalb ist es wichtig, den genetischen Merle Status der Zuchthunde zu kennen und bei der Verpaarungsplanung zu berĂĽcksichtigen.
Was kann ein Gentest zeigen?
Eine Untersuchung des M-Lokus bringt informationen darüber, welche Merle-Variante ein Hund trägt. Das ist besonders wertvoll, weil die genetische Situation nicht in dedem Fall allein anhand des äußeren Erscheinungsbildes sicher beurteilt werden kann ( vesteckter Merle / nahezu nicht sichtbarer minimal Merle )
Warum ist uns das wichtig?
Ein äußeres Erscheinungsbild sollte niemals wichtiger sein, als die Gesundheit des Hundes.
Genetisches Wissen ermöglicht uns , die wunderbare Farbvielfalt unserer Toys/ Minis zu erhalten und gleichzeitig verantwortungsvoll mit den Besonderheiten der Farbgenetik umzugehen.
Merle verantwortungsvoll kombinieren
Nicht jede Merle Kombination ist genetisch gleich zu bewerten. Die folgende Tabelle zeigt auf einen Blick, welche Verpaarungen möglich sind und bei welchen Kombinationen ein erhötes gesundheitliches Risiko für die Nachkommen bestehen kann. Wenn Du auf die Tabelle klickst, steht sie dir zum download als PDF zur verfügung.
Wenn du spezielle Fragen zu einer geplanten Verpaarung hast, melde dich gerne bei unserem Hauptzuchtwart !
🟡E- Lokus -Yellow
kurz erklärt :
der E-Lokus kann unter anderem für die Farbe Yellow verantwortlich sein . ( Diese Fellfarbe gehört nicht zu den Standardfarben der FCI)
Yellow wird rezessiv vererbt. Ein Hund muss die entsprechende Anlage von beiden Elternteilen erhalten ( e/e) , damit die Farbe sichtbar wird.
E/E - frei von der rezessiven Yellow-Anlage
E/e - träger von Yellow
e/e - Yellow wird gezeigt
Ein Anlageträger ( E/e) sieht selbst nicht Yellow aus, kann die Anlage jedoch an seine Nachkommen weitergeben. Werden zwei Träger miteinander verpaart , können Welpen in Yellow geboren werden.
Wichtig !
Das sogenannte Yellow darf nicht mit dem regulären red (braun über den B-Lokus) verwechselt werden.
Yellow in der Initiative FAIR
Yellow ist in unserem Verein grundsätzlich erlaubt. Durch die heutigen Möglichkeiten der genetischen Untersuchung können sowohl die Farbanlagen als auch der M-Lokus eines Hundes bestimmt werden. Das ist besonders wichtig , da ein Yellow ( e/e) eine vorhandene Merle-Anlage äußerlich verstecken kann. Durch die Kenntnis des genetischen M-Lokus können solche versteckten Merle-Anlagen bei der Zucht berücksichtigt werden und riskante Merle x Merle Verpaarungen gezielt ausgeschlossen werden.
Auch hier gilt : Nicht die Farbe entscheidet, sondern das Wissen darĂĽber und der verantwortungsvolle Umgang damit !
Hinweis:
Eine Yellow(e/e) x Yellow(e/e) Verpaarung ist bei uns derzeit nur nach vorheriger Genehmigung durch den Vorstand möglich . Dabei werden beide Zuchthunde insbesondere hinsichtlich Farbgenetik, M-Lokus und Weißanteilen individuell beurteilt. So möchten wir Offenheit für züchterische Entwicklungen mit größtmöglicher Verantwortung verbinden.
🟢K-Lokus
Darf die tan Zeichnung sichtbar werden?
Der K-Lokus ist besonders interessant, wenn es um das typische Tan ( Kupferzeichnung) geht.
Vereinfacht gesagt , kann man ihn sich wie ein Schalter vor dem A-Lokus vorstellen. Eine dominante Variante vom K-Lokus kann die im A-Lokus vorhandene Zeichnung ĂĽberdecken. Der Hund kann also genetisch die Anlange fĂĽr Tan ( Kupferzeichnung ) besitzen( at/at) , ohne das diese jedoch sichtbar werden. So entsteht der sichtbare Bi. ( zweifarbige Mini/ Toy )
Was kann ein Gentest zeigen?
Ein Gentest kann zeigen , ob die dominante Variante Kb ( Dominant Black ) trägt und ob sie einfach oder doppelt vorhanden ist.
Kb/Kb - reinerbig (homozygot):
An jeden seiner Nachkommen wird ein Kb weitergegeben. Die im A-Lokus vorhandene Kupferzeichnung kann dadurch bei seinen Nachkommen nicht zur normalen ausprägung kommen. Vereinfacht gesagt: Bei einer Verpaarung mit einem Kb/Kb Hund überdeckt er den A-Lokus bei all seinen Nachkommen . Umgangssprachlich " reinerbig bi "
Kb/Ky - mischerbig ( heterozygot)
Der Hund besitzt eine Kopie von Kb uns eine Kopie von Ky. Statistisch gibt er Kb an etwa 50 % seiner Nachkommen weiter. Bei diesen kann entsprechend der A-Lokus ĂĽberdeckt werden.
Ky/Ky -
Der Hund trägt kein Kb und kann es somit auch nicht weitergeben. Der A-Lokus wird sichtbar und ermöglicht die sichtbarkeit der Kuperabzeichen ( tan )
Warum ist uns das wichtig?
Ein Gentest zeigt uns also nicht nur, was wir beim Mini / Toy sehen, sondern vor allem, was er an seine Nachkommen weitergeben kann.
🟢A-Lokus
Der A-Lokus ( Agouti ) ist beim Aussie vor allem fĂĽr die tan bzw. Kupferabzeichen verantwortlich
Diese Abzeichen kennen wir beispielsweise über den Augen, an den Wangen, an der Brust, an den Läufen und unter der Rute . Beim Aussie werden sie häufig als Copper bezeichnet .
Was kann ein Gentest zeigen?
Ein Gentest kann zeigen , welche Anlage der geteste Hund trägt und damit auch, was er an seine Nachkomen weiter geben kann.
at/at - reinerbig (homozygot):
an jeden seiner Nachkommen wird ein at weitergegeben.
at/a - mischerbig ( heterozygot)
der getestete Hund besitzt eine Anlage für at uns trägt gleichzeitig eine rezesssive Anlage für keine Kupferabzeichen . Statistisch gibt er at an etwa 50 % seiner Nachkommen weiter.
a/a
der getestete Hund besitzt zwei Kopien der rezessiven Variante und zeigt aufgrund des A-Lokus keine Kupferabzeichen. An seine Nachkommen kann er ausschlieĂźlich a weitergeben.
ABER : der K-Lokus hat ein Wörtchen mitzureden.
Trägt der in der Zucht eingesetzte Hund die dominante K -Variante kann diese die Wirkung des A-Lokus überdecken.
Daher sollte der K- und A-Lokus bei der Farbgenetik und Zuchtplanung immer gemeinsam betrachtet werden.
🟢B-Lokus --der "red factor" beim Mini/Toy
kurz erklärt :
Beim Aussie wird er B-Lokus häufig mit dem sogenannten red faktor in Verbindung gebracht.
Genetisch wäre die Bezeichnung braunträger eigentlich genauer, denn der B-Lokus bestimmt, ob das dunkle Pigment Eumelanin schwarz oder braun erscheint. Beim Aussie hat sich für die braune Grundfarbe jedoch die Bezeichnung " red " etabliert. Deshalb sprechen viele bei einem schwarzen Hund, der die rezessive Anlage für Braun trägt, häufig von red factored oder rotträger.
Was bedeuter B/B , B/b und b/b
B/B- kein red faktor
Der getestete Hund besitzt zwei dominante B-Allele. Sein Eumelanin ist schwarz und er kanndie rezessive braune Anlage nicht an seine Nachkommen weitergeben
B/b- red faktor ( Braunträger )
Der getestete Hund selbst ist schwarz bzw. kann entsprechend blue merle sein, trägt jedoch die verborgene Kopie von b. Statistisch gibt er diese Anlage an etwa 50 % seiner Nachkommen weiter. Äußerlich kann man einem schwarzen Mini/ Toy nicht zuverlässig ansehen, ob er B/B oder B/b ist. Genau hier ist der Gentest hilfreich.
b/b - red / braun
Der geteste Hund besitzt zwei rezessive b-Allele. Das Eumelanin erscheint deshalb nicht schwarz, sondern braun. Beim Aussie nennen wir diese Grundfarbe red . Entsprechend entstehen, abhängig vom M-Lokus/ K-Lokus/ A-Lokus red tri, red bi oder red merle.
Was kann ein Gentest zeigen?
Der Gentest zeigt uns nicht nur die sichtbare Grundfarbe, sondern vor allem ,welche Anlage an seine Nachkommen weitergegeben werden können. Das ist besonders bei black bi/ black tri und blue merle interessant. Ein solcher Hund kann äußelrich schwarz pigmentiert sein und trotzdem red tragen ( B/b) .
Kurz gesagt:
Red beim Aussie ist genetisch betrachtet braunes Eumelanin und nicht mit dem Yellow ( e/e) des E-Lokus zu verwechseln.
đź”´D-Lokus - Dilute /FarbverdĂĽnnung
kurz erklärt :
Der D-Lokus beeinflusst die Intensität des dunklen Pigments ( Eumelanin ). Bei entsprechender genetischer Kombination kann schwarz zu einem blaugrauen Farbton ( blue ) und braun / red zu Isabella aufgehellt werden.
Da die gezielte Zucht auf Dilute in der Initiative FAIR nicht erlaubt ist , möchten wir diesesn Farblokus an dieser Stelle lediglich der Vollständigkeit halber erwähnen.

