Augengesundheit -sehen was sichtbar ist und wissen, was genetisch dahintersteckt

🔴Augenuntersuchung / Augengesundheit
Augenuntersuchung beim Augenfachtierarzt bzw. im Rahmen einer
DOK-Untersuchung
Die Augengesundheit spielt eine wichtige Rolle.
Eine fachgerechte Augenuntersuchung beim Augenfachtierarzt oder im Rahmen einer DOK-Untersuchung kann Veränderungen und Auffälligkeiten am Auge erkennen und ist deshalb eine wichtige Grundlage für die Zucht.
Genauso wertvoll sind jedoch die genetischen Untersuchungen. Sie können bestimmte erbliche Anlagen sichtbar machen, lange bevor möglicherweise klinische Veränderungen auftreten und auch bei einem äußerlich völlig unauffälligen Hund einen Trägerstatus erkennen.
Beides ergänzt sich : Die Augenuntersuchung zeigt uns den aktuellen Zustand der Augen, während der Gentests bei bestimmten Erkrankungen Informationen über die genetische Anlage liefert.
Ein Gentest ersetzt deshalb nicht grundsätzlich die Untersuchung des Auges und eine unauffällige Augenuntersuchung sagt umgekehrt nicht automatisch aus, dass ein Hund keine genetische Anlage für eine Augenerkrankung trägt.
👁️ Was wird bei der Augenuntersuchung untersucht?
Katarakt ( grauer Star )
hierbei handelt es sich um eine Trübung der Augenlinse. Es kommen erbliche Formen vor, die sich teilweise erst im Laufe des Lebens entwickeln und das Sehvermögen unterschiedlich stark beeinträchtigen können. Für eine häufige erbliche Form steht zusätzlich ein HSF4-Gentest zur Verfügung.
PPM- persistierende Pupillarmembran
während der Entwicklung des Welpen befindet sich vor der Pupille eine feine Membran, die sich normalerweise zurückbildet. Bleiben Teile davon bestehen, spricht man von PPM. Je nachdem, wo diese Gewebefläche ansetzen, können sie harmlos sein oder mit Veränderungen an der Linse bzw. Hornhaut verbunden sein.
Distichiasis
dabei wachsen zusätzliche bzw. fehlgerichtete Wimpern am Lidrand in Richtung Auge. Manche Hunde haben keinerlei Beschwerden, bei anderen können die Härchen die Hornhaut reizen und Schmerzen oder Verletzungen verursachen.
Iris-Kolobom
ein Iris-Kolobom ist eine angeborene Fehlbildung der Regenbogenhaut, bei der ein Teil der Iris nicht vollständig entwickelt ist. Größere Kolobome können die Anpassung des Auges an helles Licht beeinträchtigen. Beim Aussie wird diese Veränderung besonders im Zusammenhang mit (red) merle beobachtet.
CEA- Collie Eye Anomaly
CEA umfasst verschiedene angeborene Veränderungen im hinteren Bereich des Auges, unter anderem an der Aderhaut, Netzhaut oder dem Sehnerv. Die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein, von geringfügigen Veränderungen bis hin zu schweren Beeinträchtigungen des Sehvermögens. Für CEA steht zusätzlich ein Gentest zur Verfügung.
PRA - Progressive Retinaatrophie
unter PRA werden Erkrankungen zusammengefasst, bei denen die Netzhaut zunehmend geschädigt wird. Dies kann im Verlauf zu einer fortschreitenden Einschränkung des Sehvermögens bis hin zur Erblindung führen. Für prcd-PRA gibt es einen Gentest, dieser Erfasst jedoch nicht automatisch jede mögliche Form einer PRA.
Retinadysplasie ( RD)
dabei handelt es sich um eine Fehlentwicklung der Netzhaut. SIe kann nur kleine Bereiche betreffen, in stärkeren AUsprägungen aber auch das Sehvermögen beeinträchtigen. Retinadysplasie gehört ebenfalls zu den Befunden, die im Rahmen einer Augenuntersuchung erfasst werden.
💡 wichtig zu Wissen:
eine unauffällige Augenuntersuchung und ein unauffälliger Gentest bedeuten nicht dasselbe. DIe Untersuchung beurteilt den aktuellen Zustand des Auges, während ein Gentest gezielt nach bestimmten bekannten genetischen Varianten sucht. Deshalb können sich beide Untersuchungsformen sinnvoll ergänzen.
